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Am 9. Dezember 2019 wurde die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (EU-Offenlegungsverordnung ) im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

Mit der ebenfalls am 9. Dezember veröffentlichten Änderung der BenchmarkVerordnung sind damit die ersten beiden Legislativmaßnahmen unter dem EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums verabschiedet. Dieser im März 2018 beschlossene Aktionsplan sieht einen umfassenden Umbau des europäischen Finanzsystems im Sinn eines nachhaltigen Finanzwesens vor. In Anbetracht des wachsenden Marktes für „grüne“ bzw. „nachhaltige“ Finanzprodukte sowie deren steigender Komplexität soll die Gefahr von „Green Washing“ unter anderem durch die Einführung eines rigiden Offenlegungssystems gemildert werden: Die Harmonisierung der offengelegten Informationen soll Endanlegern einen transparenten Vergleich von Finanzprodukten ermöglichen.

Die wesentlichen Bestimmungen der EU-Offenlegungsverordnung sind ab dem 10. März 2021 anwendbar. Erfasst ist das gesamte Spektrum von institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern. Lediglich bestimmte Finanzberater, die weniger als drei Personen beschäftigen, sind vom Anwendungsbereich der Verordnung ausgenommen.

Zahlreiche Durchführungsrechtsakte sind zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens der EU-Offenlegungsverordnung noch ausständig. Darüber hinaus wird die derzeit noch nicht final beschlossene Taxonomie-Verordnung ebenfalls Offenlegungspflichten für Finanzmarktteilnehmer vorsehen. Wie die sich daraus ergebenden Verpflichtungen mit den Verpflichtungen unter der EU-Offenlegungsverordnung im Detail verzahnt sein werden, bleibt abzuwarten.

Trotz dieser Unsicherheiten sollten betroffene Anwender bereits jetzt interne Prozesse aufsetzen sowie ein Grundgerüst für die wesentlichen Offenlegungsmaßnahmen vorsehen, um Compliance zum Zeitpunkt der Anwendbarkeit der Verordnung sicherzustellen.

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